Beschreibung
In der heutigen Landschaft liegen die meisten sichtbaren Denkmäler der Vergangenheit als einzelne Elemente aus einer längst vergangenen Zeit verstreut. Auf dem kleinen Plateau südlich des Hevring-Flusses, etwa 1,4 km westlich der Stadt Tustrup in Norddjursland, ist die Situation anders. Hier befindet sich eine ganze Sammlung typischer Grabdenkmäler aus der ersten Bauernkultur der Steinzeit – der sogenannten Trichterbecherkultur – aus der Zeit um 3.200 v. Chr.
Auf dem Grabfeld befinden sich in einem Abstand von nur etwa 100 m voneinander zwei Steinhügelgräber und eine der größten Megalithgräber Dänemarks um eine zentrale Anlage herum – das sogenannte Kulthus. Die Dolmen und der Megalithgrab sind aufgrund ihrer Sichtbarkeit seit ihrer Errichtung bekannt, aber erst durch umfangreiche Ausgrabungen in den Jahren 1954-57 wurden detaillierte Erkenntnisse über die einzelnen Anlagen und den Zusammenhang mit dem bis dahin unbekannten Kohlehaus gewonnen.
Als die Grabstätte vor fast 5.000 Jahren genutzt wurde, sah die Landschaft ganz anders aus. Sie war damals von dichtem Laubwald bedeckt, den die Steinzeitmenschen zu kleinen Lichtungen für Felder rodeten. Der Hevring Å – heute nur noch ein kleiner Bach – war damals ein wasserreicher Fluss, der nur wenige Kilometer flussabwärts in das Fjordsystem mündete, das Kolindsund über den Randers Fjord und die damalige Fjordöffnung bei Hevring Hede mit dem Kattegat verband. Die Moränenhügel von Ørsted bis Udbyhøj waren damals also eine große Insel im Steinzeitaltermeer, und die Küsten von Djursland glichen eher einem Archipel mit unzähligen kleinen Inseln, Sunds, Neusen, Fjorden und Holmen.
Auf dem Tustrup-Grabplatz war das 5 x 5,5 m große Kohlenhaus mit offenem Nordostgiebel vermutlich das Zentrum der Aktivitäten auf dem Grabplatz. Mit seinen gemauerten Kastenwänden und großen Steinen entlang der Rückwand sowie dem fehlenden Feuerstelle erinnert der Baustil des Hauses weit mehr an die Großstein-Gräber als an die Holzhäuser der Trichterbecherkultur.
Auf dem Boden bis zur südwestlich ausgerichteten Rückwand wurden bei der Ausgrabung Scherben von 28 schönen Tongefäßen gefunden, die mit der Keramik identisch sind, die zum einen der Trichterbecherkultur ihren Namen gab und zum anderen unter anderem für Opfergaben vor und in den Dolmen und Megalithgräbern verwendet wurde. Das Haus wird daher als eine Art Tempel interpretiert, in dem beispielsweise die Verstorbenen während des Baus der Gräber untergebracht waren und um den sich die kultischen Handlungen drehten. Tustrup war der erste Ort, an dem ein solches Haus gefunden wurde.
Ähnliche Kultstätten sind seitdem an mehreren anderen Orten gefunden worden, unter anderem bei Ferslev in Nordjylland. Die Ausgrabungen wurden vom Moesgård Museum geleitet. In der Ausstellung des Museums können Sie die Funde von diesem Ort sehen, und im nahe gelegenen Archäologiepark wurde eine Rekonstruktion des Kulthauses errichtet.
Südwestlich des Kulthauses liegt die große Jættestue, die mit ihrem 3 x 10 m großen Grabkammer zu den größten in Dänemark gehört. Die Jættestuer sind die größte Grabstätte der Steinzeitmenschen. Sie wurde als Gemeinschaftsgrab errichtet und in der Regel sowohl von der Trichterbecherkultur als auch von späteren Kulturen wiederholt genutzt.
Zum Grabkammer führt ein 6 m langer Gang. Ursprünglich war der Gang wie die Grabkammer mit großen Steinen bedeckt. Es sind beeindruckend große Steine (4), die für den Bau verwendet wurden, und von den schönen Megalithgräbern bei Tustrup stellt insbesondere das Dolmen eine enorme Arbeitsleistung sowie eine beachtliche Investition sowohl an Material als auch an Arbeitskraft dar. Insgesamt wurden 40 große Feldsteine zwischen ½ und ca. 20 Tonnen für den Bau verwendet.
Von den vielen baulichen Details im Ganggrab sind insbesondere die senkrecht aufgestellten Rahmensteine am Übergang zwischen Gang und Kammer sowie der darüber liegende „Schlüsselstein” zu erwähnen, der den Druck des Decksteins der Kammer auf den Gang verteilt. Sowohl im Gang als auch in der Grabkammer füllen massive „Trockenmauern” aus aufgeschichteten flachen Steinen die Zwischenräume zwischen den Tragsteinen aus, und auf dem Boden am nördlichen Ende der Grabkammer ist ein Rahmen aus kantig aufgestellten flachen Steinen zu sehen, der einen besonderen Bereich markiert, der möglicherweise für die Bestattung besonderer Personen reserviert war.
Das vielleicht größte Erlebnis in der Megalithgrabstätte heute – und ein sicherer „Hit” vor allem für Kinder – ist das Hineinkriechen in die sogenannte Nebenkammer mit einer Taschenlampe. Die Öffnung dazu befindet sich in der südwestlichen Ecke der Hauptkammer zwischen zwei Tragsteinen, und hier drinnen spürt man intensiv die Dunkelheit und die fantastische Konstruktion des Megalithgrabes. Ähnliche Nebenkammern gibt es nur in 26 der gut 700 Dolmen, die in Dänemark noch erhalten sind. Die Nebenkammer wurde gleichzeitig mit dem übrigen Dolmen errichtet, und dahinter muss eine Idee oder ein Gedanke stecken: Vielleicht wurde hier die Häuptlingsfamilie der Region beigesetzt!
Die beiden anderen Megalithgräber bei Tustrup sind beide Steinhügel mit vieleckigen – sogenannten polygonalen – Grabkammern. Die Dolmen gelten traditionell als Vorläufer der großen Megalithgräber, aber die Keramikfunde bei den Ausgrabungen der Gräber waren von derselben Art wie im Kohlenhaus und im Megalithgrab, weshalb die Gräber zumindest zur gleichen Zeit genutzt wurden.
Nordwestlich des Kohlenhauses befindet sich eine freistehende Steinkammer mit 5 von ursprünglich 6 Tragsteinen und einem kurzen, nach Südwesten ausgerichteten Gang mit 2 Tragsteinen. Auf dem Boden an der Übergangsstelle zwischen Gang und Kammer liegt ein sogenannter „Schwellenstein”, der markiert, wo sich die innere Holz- oder Steintür zur Kammer befunden hat.
Der sehr schöne Rundhügel südöstlich des Kulthauses hat keinen Kammergang. Die Öffnung zum Kammergang ist hier lediglich ein Zwischenraum zwischen zwei der fünf Stützsteine der Kammer. Der Rundhügel wurde 1994 restauriert und gemäß den früheren Ausgrabungen wieder aufgebaut, um den Besuchern einen Eindruck von einem intakten Rundhügel zu vermitteln, im Gegensatz zu der ziemlich zerstörten freistehenden Grabkammer. Am Fuße des Erdhügels (9), der das Grabkammer umgibt, stehen 13 große Randsteine mit einer schönen Trockenmauer. Der Deckstein über der Kammer und Teile der Trockenmauer und des Erdhügels wurden 1994 hinzugefügt, und außerhalb der Kammeröffnung liegt ein Stein aus dem Dolmen mit deutlichen Spaltmarken von jüngeren Steinmetzarbeiten in der Umgebung. Große Steine waren schon immer ein begehrtes Baumaterial – vielleicht bereits für den Bau der nahe gelegenen Quadersteinkirche in Nørager oder zur Verwendung als Schotter für nahe gelegene Straßen oder Eisenbahnen.
Neben den historischen Denkmälern bietet die Gegend um Tustrup eine wunderschöne Natur mit markierten Wanderwegen und einem einfachen Übernachtungsplatz in der Nähe des Informationsgebäudes am westlichsten Parkplatz. In Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Århus und der Gemeinde Rougsø (jetzt Norddjurs) als Eigentümerin des Gebiets wird die Natur kontinuierlich gepflegt, um eine Vegetation wiederherzustellen, die möglichst gut mit der Vegetation der Steinzeit harmoniert, und um die vielfältige Landschaft des Gebiets sichtbar zu machen. Nordöstlich der Grabstätte befindet sich beispielsweise ein heute zugewachsenes Moor, das zur Zeit der Nutzung der Grabstätte offenes Wasser aufwies und daher ebenfalls von bedeutendem archäologischem und botanischem Interesse ist.
Zugang
- Følg skiltning ”Stendysserne” fra Nordkystvejen, vej 547: Randers-Grenå mellem Vivild og Fjellerup, eller fra Nørager frem til parkeringspladsen nord for Hevring å.
Faciliteter
- 2 parkeringspladser og afmærket lokal stirute gennem området.
- Informationsskiltning ved fortidsminderne.
- Ved den vestlige parkeringsplads forefindes offentligt toilet i en informationsbygning som rummer en illustrativ plancheudstilling over fortidsminderne og lokalområdet, samt en inspirerende og børnevenlig landskabsmodel og rekonstruktion af Tustrup-gravpladsen i stenalderen.
- Primitiv overnatningsplads og bålsted ca. 150 m. syd for informationsbygningen.
- Stedet er yderst velegnet som eskurtions- og udflugtsmål.
- Afstand til fortidsminde: ca. 250 m.
Særlige forhold
- Vis hensyn til græssende dyr på området: Luk hegn og låger.
- Der må kun afbrændes bål på den primitive lejrplads og vis stor hensyn til brandfaren på hele området.
- Hund skal føres i snor.
- Der er handicapadgang til informationsbygningen.
Wegbeschreibung
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Storstensgrave ved Tustrup
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Luftbild
Denken Sie beim Besuch daran
- Hunde an der Leine führen — Kontakt mit Weidetieren vermeiden
- Abnutzungsschäden vermeiden und immer der Beschilderung folgen
- Niemals an oder in der Nähe von Denkmälern graben
- Brandgefahr beachten — kein offenes Feuer verwenden
- Bei Schäden oder Problemen die Aufsichtsbehörde kontaktieren
Verwaltung
- Eigentumsverhältnisse
- Kommune Norddjurs
- Erstellt
- 2020
- Zuletzt bearbeitet
- 02-2026
- Kontrolle und Beschädigungen
- Die dänische Kulturerbe-Behörde
- Pflege, Beschilderung und 100-m-Zone
- Kommune Norddjurs
- Schutznr.
- 1916-8
- Standortnr.
- 141013-66
Denkmal per GPS finden
- GPS:
-
Längengrad: 10.512913Breitengrad: 56.490520
- UTM-System:
- E 593154 N 6261701
Vidste du...
Mange runesten blev rejst langs veje og ved broer. De fungerede som offentlige monumenter, der viste slægtens magt.
Runesten